Die zivilisierende Verbindung der Natur: Getreide und Düfte
Große Namen der mittelalterlichen Geschichte, wie Johann von Tritheim, haben uns bestimmte Schriften hinterlassen. Die Absicht dieser Autoren war es, demjenigen, der sich die Mittel zur Suche gibt, eine andere Ebene des Verständnisses zu eröffnen. Die Schriften von Jean Trithème waren verschlüsselt und folgten einer sehr ausgearbeiteten inneren Logik, die sich auf mathematische, geometrische und agrarische Prinzipien stützte. Diese Logik folgt mehreren Leitlinien der Entstehung der sinnlichen Welt.
das Alphabet
das Kalenderjahr
kosmologische Zyklen
die Organisation eines Denkzustands
die Organisation eines sozialen Zustands, der mit dem Lebendigen verbunden ist
Die verfassten Texte ermöglichen mehrere Reflexionsachsen. Der Leser‑Forscher erkennt, dass er mit etwas anderem konfrontiert ist, etwas Größerem im Verständnis als einem einfachen agrarischen Kalender, der auf den ersten Blick erscheinen mag.
Während des Studiums offenbaren sich Details und führen uns nach und nach zu einer anderen Form des Verständnisses. Das Entstehen dieser neuen Denkweise erfolgt durch die praktische Anwendung der Modelle der Agrarwelt und der zivilisierenden Verbindungen, die daraus hervorgehen, sowie durch deren Organisation.
Das Getreide, Matrix der Zivilisation
Ein ganzer Abschnitt ist dem Getreideanbau gewidmet, mit besonderem Schwerpunkt in unseren Breitengraden auf dem Weizen und seinem Beitrag zur Intelligenz und zum Wohlstand eines Landes. Das Studium des Himmels und seiner Zyklen ermöglichte es dem Menschen, reiche Ernten zu fördern und sich vor Hungersnöten zu schützen. Die kulturelle und kultische Entwicklung kann sich dann entfalten.
Die Natur als Träger und Synthese des Kosmos
Die Natur besitzt etwas Erstaunliches: In der antiken Tradition wird sie zum Träger und zur Synthese des Kosmos und seines Prinzips, der Seele.
Einheit des Prinzips Schöpfung und Natur
Dem Neophyten wurde in den Tempeln ein Weg angeboten, um Zugang zu bestimmten Wissensebenen zu erhalten. Strenge Studien waren erforderlich: die übliche und administrative Schrift, Mathematik, Geometrie, Musik, Astronomie und schließlich das Alphabet in seiner ontologischen Form, das das Verfassen heiliger Texte ermöglichte.
Wort und Pflanzen, um die wahre Dimension der Seele zu offenbaren
Das Alphabet wurde damals als projektive Fläche des Atems, des schöpferischen Wortes, betrachtet, und die Dimension der Pflanzen als dessen Offenbarung. Das Studium der duftenden Öle, der Heilmittel und der Narden bildete die Grundlage einer Lehre, die mit der Wiedergeburt des Geistes und der Behandlung der Seele, sowohl körperlich als auch geistig, verbunden war.