Der Duft ist die Seele

Die Attars der Antike besaßen erstaunliche Eigenschaften. Sie dienten dazu, eine Atmosphäre zu schaffen, bestimmte Manifestationen der schöpferischen Ströme — der Neteru — zu lokalisieren und ontologische Prinzipien zu erwecken, die im tiefen Gedächtnis des Menschen verborgen waren.


Sie wurden unter strengster Geheimhaltung hergestellt. Jede Substanz und jedes Werkzeug wurde als Manifestation eines kosmischen Prinzips, also eines Elements, betrachtet. Die Gefäße, die die Attars aufnehmen sollten, bestanden oft aus Alabaster, in Verbindung mit der Göttin Neith, der Hüterin des ursprünglichen Lichts.


Basalt, Kalkstein und Granit dienten dazu, die rohen Materialien zu informieren, die je nach angestrebtem Zweck häufig mit Steinen, Metallen, Muscheln oder tierischen Produkten kombiniert wurden.


Der Raum, in dem die Vorbereitungen stattfanden, besaß in der Antike einen Boden aus Steinen mit piezoelektrischer Kapazität, wie Granit, Schiefer oder Lepidolith. Das Vorhandensein von Wasser zeigte sich in Form heiliger Becken, wahrer göttlicher Seen, die den Nun darstellten — den Schoß der Göttin Neith, den Zustand vor der Schöpfung.

Die erste Ordnung: der Horizont des Menschen

Die Waage hatte ebenfalls eine wesentliche Funktion: Sie diente dazu, den Horizont des Menschen zu achten, die erste Ordnung der Schöpfung. Diese ursprüngliche Ordnung, in der alles ausgerichtet war, symbolisierte Frieden und Harmonie: einen liminalen Raum, eine Schwelle zwischen zwei Zuständen, zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren.


Die Alten wussten, dass die Ordnung der Planeten kein bloßes himmlisches Dekor war. Jeder Planet wurde als Prinzip, Zustand oder Kraft betrachtet. Diese moralische Ordnung wurde in bestimmten Traditionen der Weg der Gerechtigkeit oder der Pfad des Gerechten genannt.


Die Epopten, an der Spitze der Einweihung, verkörperten diese kosmische Ordnung. Sie wurden Könige der Gerechtigkeit genannt, nach dem Vorbild der uranfänglichen Gestalt Melchisedeks, des Hüters der göttlichen Ausrichtung.

Die himmlische Ordnung und der Weg der Gerechtigkeit

Für die Ägypter entsprach diese himmlische Ordnung Ma’at: Gerechtigkeit, Wahrheit, Harmonie, vollkommene Ausrichtung. Sie beobachteten die Bewegungen der Planeten aufmerksam, denn ihre Stellung spiegelte die erste Ordnung wider, jene, die vor jeder Schöpfung existierte.

Wenn sich die Planeten am Himmel ausrichteten, besonders beim Herannahen des Sonnenaufgangs, bedeutete dies, dass der Horizont (Achet), die Schwelle zwischen den Welten, seine ursprüngliche Reinheit wiedererlangte. Es war das Zeichen einer Erneuerung, einer Rückkehr zum Gleichgewicht, einer Wiederherstellung des kosmischen Friedens.

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