Die Nase, Schlüssel des Wissens: Zwischen Neurowissenschaft und Heiligem
Die Nase, Symbol des Wissens
In zahlreichen Traditionen auf der ganzen Welt nehmen die Nase und der Geruchssinn eine zentrale Stellung ein. Der Geruchssinn gilt oft als jener Sinn, der uns direkt mit unserer Seele verbindet und als Brücke zwischen der materiellen und der spirituellen Welt wirkt.
Wenn man die soziale Struktur des Elefanten und die Anatomie des Kamels in den hinduistischen mündlichen Traditionen betrachtet (überlieferte Geschichten entlang der Seidenstraße), erkennt man eine besondere Verbindung zwischen diesen Symbolen. Der Elefant, mit seinem matriarchalen System und seinem außergewöhnlichen Gedächtnis, steht in tiefem Zusammenhang mit der „Mutter“ (Wasser, Haus, Erziehung, Kindheit). In dieser ontologischen Sichtweise wirken Blumen und Düfte auf das Gedächtnis und dienen als direkter Zugang, um mit dem göttlichen Geist zu kommunizieren. Sie stehen in Beziehung zu spirituellen Essenzen, zu grundlegenden Gottheiten und zur Energie des heiligen Weiblichen. Als Reiniger von Körper und Seele wurden sie von den Alten als vermittelnde Agenten und als Ärzte betrachtet.
Ganesh, der Elefant des Wissens
Einer der bedeutendsten Vertreter dieser Verbindung ist der hinduistische Gott Ganesh, Sohn von Shiva und Parvati. Der Mythologie zufolge wurde Ganesh durch das Schwert seines Vaters enthauptet (Symbol des Wortes, des Alphabets) und erhielt dafür den Kopf eines Elefanten.
Die Etymologie seines Namens beleuchtet seine Funktion:
- Gana: bedeutet „Vielheit“, „Kategorie“ oder „Verbindung“ (Wurzel der Mathematik). In der hinduistischen Tradition sind die Ganas die Geister oder Diener-Shivas, die die Eigenschaften verkörpern, die Natur und Temperament des Menschen ausmachen.
- Isha: bedeutet „Frau“, „Ehefrau“ und in diesem Sinn „Meister“, derjenige, der die Türen geöffnet hat.
Das Symbol Ganeshs enthält oft eine Gebetskette aus 108 Perlen, entsprechend dem Zyklus der Präzession der Tagundnachtgleichen. Der konvexe Winkel eines regelmäßigen Fünfecks beträgt 108°.
Die Ehefrau erinnert daran, dass das Wissen des heiligen Weiblichen (Schöpfung, Zyklen) durch das wiedergefundene Gedächtnis und durch den „Garten der Düfte“ führt.
Der Geruchssinn: Ein Tor zum Unbewussten
Auf physiologischer Ebene enthält die menschliche Riechschleimhaut etwa fünf Millionen Riechneuronen. Diese verwandeln die chemische Botschaft der Duftstoffe in eine nervöse Botschaft, die das Gehirn verstehen kann.
Der Duft muss die Wasser (den Schleim) durchqueren, um das Gehirn zu erreichen. Dieser Prozess besitzt zwei Aspekte:
- Bemerkenswert: Er weckt das Gedächtnis und ermöglicht eine spirituelle Wiedergeburt zu sich selbst.
- Gefährlich: Er kann in veränderte Bewusstseinszustände führen.
In der Antike ermöglichte der Gebrauch von Pflanzen wie Narde (Valeriana) das Erreichen ekstatischer Zustände, wie sie in biblischen und anderen Traditionen beschrieben werden. Die Suche nach Wissen und nach dem heiligen Weiblichen ist sowohl spirituell als auch körperlich anspruchsvoll. Eine besondere Zubereitung, der Iksir (oder Elixier), wurde verwendet, um die Tür des Geistes zu durchschreiten und Zugang zu einer symbolischen Welt und zu einer tiefen Wahrheit zu erhalten. Die Eingeweihten dieses Weges wurden „die Lebenden“ genannt, die die Ordnung der göttlichen Welt in Wechselwirkung mit der irdischen Ebene leiteten.
Neurowissenschaften und Gehirnwellen
Der Riechkolben, unter den Großhirnhemisphären gelegen, ist der Eintrittspunkt der olfaktorischen Informationen. Er besitzt drei Wurzeln, die ihn mit verschiedenen Bereichen des Gehirns verbinden (Hippocampus, Corpus callosum, perforierter Raum). Der Riechnerv gilt als der erste Nerv des Gehirns.
Sesquiterpene
Pflanzen, die reich an Sesquiterpenen sind (wie Valeriana oder Weihrauch), wirken auf Neurotransmitter und beeinflussen die Gehirnwellen. Sie fördern den Übergang vom Wachzustand (Beta) zu tiefen Entspannungs- und Meditationszuständen.
Die fünf wichtigsten Gehirnwellen
- Beta: Konzentration, Wachsamkeit, logisches Denken.
– Positiv: Produktivität, logisches Denken.
– Überschuss: Stress, Angst, Schlaflosigkeit. - Alpha: ruhige Entspannung, Gegenwart, Übergang zwischen Aktion und Ruhe.
– Positiv: geistige Klarheit, ruhige Kreativität.
– Defizit: Schwierigkeiten, sich zu entspannen. - Theta: Träumerei, Vorstellungskraft, tiefe Meditation.
– Positiv: Intuition, Visualisierung.
– Überschuss: Ablenkung, kognitive Langsamkeit. - Delta: Tiefschlaf, körperliche und geistige Regeneration.
– Positiv: Erholung, Immunität.
– Überschuss im Wachzustand: chronische Müdigkeit, Depression. - Gamma: Hochverarbeitung, integriertes Bewusstsein.
– Positiv: fortgeschrittene Kognition, extreme Konzentration.
– Überschuss: mentale Überlastung, Migräne.
Sesquiterpene helfen, diese Übergänge zu modulieren und fördern die Alpha- und Theta‑Zustände, die für Meditation und den Zugang zum tiefen Gedächtnis wesentlich sind.
Fallstudie: Valeriana und Sesquiterpene
Sesquiterpene sind aromatische Verbindungen, die von vielen Pflanzen und Pilzen produziert werden. Sie besitzen wichtige pharmakologische Eigenschaften (entzündungshemmend, antioxidativ, antimikrobiell).
Die echte Valeriana (Valeriana officinalis), die in feuchten Wiesen Europas und Asiens vorkommt, ist reich an diesen Verbindungen. Ihre Zusammensetzung umfasst:
- Sesquiterpensäuren (valeriansäure): beruhigende Wirkung
- Valepotriate: verantwortlich für den charakteristischen Geruch
- Ätherisches Öl: enthält Monoterpene und flüchtige Sesquiterpene
Ihr Name stammt vom lateinischen valere („stark sein“), doch ihre wahre Kraft liegt in ihrer Fähigkeit, zu beruhigen und zu einem erholsamen Schlaf zu führen. In Indien ist die Valeriana (Jatamansi, „verkörperter Geist“) eine heilige Pflanze, die im Ayurveda verwendet wird, um das Bewusstsein zu entwickeln und den Geist zu stärken.
Quellen von Sesquiterpenen in Aromatherapie und Phytotherapie
- Valeriana — Beruhigung
- Narde (Jatamansi) — Bewusstsein
- Weihrauch (Olibanum) — Meditation
- Myrrhe — Erdung
- Patchouli — Stabilität
- Vetiver — Erdung
- Ylang-Ylang — emotionales Gleichgewicht
- Deutsche Kamille — Entspannung
- Italienische Immortelle — Gedächtnis, Emotion
Isha in der Geometrie und auf der Sphäre
Der konvexe Winkel eines regelmäßigen Fünfecks beträgt 108°. Die Symbolik von 540° (3 × 180°) lässt sich durch sphärische Geometrie, den Durchmesser und den „Umschwung“ entschlüsseln:
1. Die sphärische Dimension
In der sphärischen Geometrie ist die Winkelsumme eines Dreiecks immer größer als 180°. Ein Dreieck mit drei rechten Winkeln (90°) ergibt 270°. Eine Summe von 540° deutet auf eine extreme Krümmung hin.
Doch wenn man bedenkt, dass 540° = 3 × 180°, verweist dies auf die Zahl 3 (Trinität, Struktur), multipliziert mit dem Halbkreis (180°).
2. Das Symbol des Durchmessers und des Umschwungs (180°)
Der Winkel von 180° stellt eine gerade Linie oder eine halbe Drehung dar. Auf einer Sphäre führt eine halbe Drehung (180°) vom Nordpol zum Südpol oder zu einem Antipodenpunkt.
Der Umschwung ist der Übergang von einem Zustand in seinen Gegensatz (Materie/Geist, Bewusst/Unbewusst).
Drei solcher halben Drehungen (3 × 180° = 540°) symbolisieren drei aufeinanderfolgende Transformationen, die es ermöglichen, „um die Sphäre zu kreisen“ und zu sich selbst zurückzukehren — verwandelt.
3. Verbindung zwischen Nase und Wissen
Die Nase ist der Verbindungspunkt zwischen Außen (Luft, Düfte) und Innen (Gehirn, Gedächtnis). Auf einer Sphäre (Kopf, Universum) liegt sie auf der „Mittellinie“, der vertikalen Achse.
Die 540° könnten den vollständigen Weg des Bewusstseins darstellen:
- 180°: sensorische Wahrnehmung — die Nase nimmt den Duft auf.
- 180°: mentale Interpretation — das Gehirn analysiert.
- 180°: Erleuchtung oder Rückkehr zur Quelle — spirituelles Wissen.
Das Sternfünfeck. In einem Sternfünfeck (fünfzackiger Stern) betragen die „Hohlwinkel“ (konkave Winkel) im Inneren der Form:
- 36° für die spitzen Innenwinkel,
- 144° für die breiten Innenwinkel an den Basen der Sternarme